Praktikumsberichte
Praktikantinnen sind begeistert und geben wertvolle Anregungen
15.09.2010 - 29.10.2011 - Wiebke Wölm mit Simon Burger aus Göttingen ( PDF)
02.09.2010 - 04.11.2010 - Celina Witte aus Donaueschingen
02.03. 2010 - 10.06.2010 - Bastien Hermann aus Frankreich (als PDF)
20.09.2009 - 23.02.2010 - E. Grüter und P. Kübli
05.09.2008 - 30.04.2009 - Alexandra Bruchhagen
03.10.2006 - 29.12.2006 - Wiebke Maaß
14.12.2006 - Wiebke Maaß - Bericht über Patengrundschulkinder
12.02.2006 - 16.05.2006 - Katrin Feldermann
01.02.2006 - 29.03.2006 - Rika Niggemann
29.09.2005 - 20.01.2006 - Julia Stechert
27.04.2005 - 14.07.2005 - Julia Albers
19.10.2004 - 08.04.2005 - Jule Wisst
19.03.2004 - 26.05.2004 - Verena Gollob
02.01.2004 - 20.03.2004 - Marie Cathrin
Praktikumsbericht 02.September bis 04.November 2010, Celina Witte
Als ich Anfang September in Gambia ankam, war die Regenzeit noch voll im Gange. Ich wurde von Ebou am Flughafen abgeholt und nach einer abenteuerlichen Fahrt auf überschwemmten Straßen nach Marakissa, erreichten wir den Kindergarten, wo mir sogleich mein Zimmer gezeigt wurde, von dem ich positiv überrascht war: recht groß, hell und ein eigenes Badezimmer.
Allen nachfolgenden Praktikanten, die während der Regenzeit nach Gambia kommen, empfehle ich an dieser Stelle Gummistiefel mitzubringen.
Die Schule öffnete erst Anfang Oktober, so dass die 2 anderen Praktikanten und ich viel von Gambia entdecken konnten. Auf Ausflügen und Touren lernten wir Land und Leute kennen, auch mit einigen Krankheiten machten wir leider unsere Bekanntschaft.
In Gesprächen mit Ebou und anderen Bewohnern Marakissas, konnten wir einiges über die Kultur Gambias erfahren, was auch so manchmal zu teilweise lustigen Diskussionen über Gleichberechtigung von Frauen geführt hat.
Als die Schule dann öffnete, hostierten wir jeweils einige Tage in jeder Klasse. Teilweise halfen wir den Lehrern beim Korrigieren oder konnten auch manchmal kleine Unterrichtseinheiten selber übernehmen, wobei sich das aufgrund der Sprachbarriere als eher schwierig erwies. Ebenso muss man sich die Aufmerksamkeit der Kinder erkämpfen, sobald der Lehrer den Klassenraum verlässt.
Die Unterrichtsfächer bestehen aus English, writing, story telling, numbers, creative work, health education, religion und free play.
In den Pausen halfen wir bei der Essensausgabe, da die Kinder von Montag bis Donnerstag ein Mittagessen, bestehend aus Reis und Fisch, bekommen.
Da das Internet in Marakissa gerade nicht funktionierte, fuhren wir öfter ins 5km entfernte Brikama, um dort ins Internetcafé zu gehen. Hierbei zeigte sich die oberste Maxim in Gambia: man braucht Geduld. Die Transporte sind unregelmäßig, so dass man manchmal bis zu 2 Stunden warten muss. Hier ist es immer gut, ein Buch dabei zu haben, um sich die Zeit zu vertreiben.
Auch in der Schule braucht man manchmal etwas Geduld. So wurden z.B. die Klassenräume erst für den Unterricht aufgeräumt und eingerichtet, als die ersten Kinder kamen, und auch der Unterricht ist nicht immer vorbereitet und strukturiert.
Ansonsten verbrachten wir unsere Tage mit Lesen, Karten spielen und in der Gesellschaft von Saffiatou und ihrer Familie, mit der wir auch gemeinsam gegessen haben. Das Essen in Gambia besteht hauptsächlich aus Reis und Fisch und ist für deutsche Gaumen nicht sehr abwechslungsreich. Dennoch ist es kein Problem, wenn man etwas nicht mag oder Wünsche äußert. So haben wir z.B. um mehr Gemüse gebeten.
Abschließend lässt sich sagen, dass mein Aufenthalt in Gambia eine wichtige Lebenserfahrung für mich war, in der ich viel über mich selber lernen und das Leben in einer anderen Kultur kennenlernen konnte.
Praktikumsbericht 02.01.2004 - 20.03.2004
Marie Cathrin
Unterkunft und Leben im Dorf
Von der Unterkunft war ich angenehm überrascht: es ist ein helles,
freundliches Zimmer, es ist alles vorhanden, was man zum Leben braucht
(Geschirr, Bettwäsche, Schreibtisch, etc.) Die Verpflegung ist ausreichend.
Saffiatou, die für die Praktikanten in deren Unterkunft zuständig
ist, ist jederzeit für Fragen oder Probleme ansprechbar.
Im Dorf selbst wird man sehr herzlich empfangen und in das Dorfleben
ohne Vorbehalte integriert.
Marakissa Nursery School
Der Grund meines Interesses an dem Projekt war in erster Linie der
Umstand, dass die Schule von Einheimischen geführt wird und die Kinder
von Einheimischen unterrichtet werden. Denn so wird m. E. die eigene Kultur
erhalten, die Kinder orientieren sich in ihren ersten Lebensjahren an dem
Leben vor Ort, und - ein ganz wichtiger Punkt - Arbeitsplätze sind
für die dort lebenden Menschen geschaffen worden und werden dadurch
auch erhalten. Ich selbst bin sehr freundlich von allen Lehrern aufgenommen
worden und bekam während meiner Tätigkeit dort jederzeit Hilfestellung.
Positiv empfand ich ebenfalls die freie Gestaltung meiner Arbeit in der
Schule, die sich folgendermaßen aufgliederte: Korrigieren von Mathematik-
und Englischaufgaben, Hilfestellung in den Fächern Mathematik, Englisch,
Schreiben und Lesen, Basteln und Sport. Beeindruckt hat mich die Art des
Unterrichts, nämlich das spielerische Lernen des Abc’s über Gesang.
Ich hätte dennoch einige Verbesserungsvorschläge:
Damit die Praktikanten effektive Arbeit leisten können wäre
es wünschenswert, dass sie zunächst in ihr Aufgabengebiet eingewiesen
werden, denn so können sie sofort ihre Tätigkeit aufnehmen (war
bei mir nicht der Fall).
Hinsichtlich des Unterrichts der Kinder müssten mehr Schwerpunkte
im Bereich Koordination (Bewegungserziehung), Geschicklichkeit und Umsetzungsvermögen
(z. B. über Basteln und Malen) gesetzt werden.
Da das Gefälle zwischen „Gut-Lernern" und „Schlecht-Lernern" sehr
groß ist wäre es erstrebenswert, Nachhilfeklassen zu bilden.
Diese Aufgabe könnten beispielsweise die zukünftigen Praktikanten
übernehmen.
Darsilami-Healthcenter
Das Healthcenter habe ich nur an einigen Tagen meines Aufenthaltes
besucht. Ähnlich wie in der Nurseryschool war auch die Aufnahme im
Healthcenter sehr freundlich. Positiv ist ebenfalls, dass der HCE auch
von Einheimischen geführt wird, die sich natürlich besser in
die Mentalität und Probleme der Menschen einfühlen können
und damit von vornherein eine solidere Vertrauensbasis bilden.
Der erste und m. E. wichtigste Verbesserungsvorschlag ist eine größere
Aufklärung der Patienten bzw. Mütter im Verhalten bei Kinderkrankheiten
etc. Dazu könnte man Handzettel in Bild- und Schriftform erstellen
und verteilen.
Der zweite Verbesserungsvorschlag betrifft die Privatsphäre der
Patienten. Diese wird m. E. nicht genug gewahrt, weil das Sprechzimmer
offen und zugänglich für jedermann ist.
Der dritte und letzte Verbesserungsvorschlag betrifft die Kliniktage.
Da diese Kliniktage nur jede zweite Woche stattfinden, ist der Andrang
naturgemäß sehr hoch und die arbeitsmäßige Belastung
für das Klinikpersonal überproportional. Wünschenswert wäre
daher eine Umorganisation dahingehend, dass z. B. jede Woche ein Kliniktag
eingerichtet wird, um die o. g. Probleme auszuschließen.
Ich hoffe, dass Ihr mit meinem Bericht etwas anfangen könnt und
Euch bei Eurer zukünftigen Arbeit die eine oder andere Anregung von
Nutzen ist.
Ich freue mich, dass wir uns in Gambia getroffen haben. Es hat mit Euch
viel Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal in Gambia!
Marie-Cathrin
Praktikumsbericht 19.03.2004 - 26.05.2004
Verena Gollob
Mein Praktikum im Health Center Essen HCE, Darsilami, und im Kindergarten
Mülheim an der Ruhr, Marakissa, war wunderschön.
Im HCE saß ich zu Beginn in der Registrierung und habe die persönlichen
Daten der Patienten notiert wie Namen, Alter und Wohnort. Danach habe ich
sie gewogen und vorab die Temperatur gemessen. Kinder und Jugendliche bis
14 Jahren müssen 1 Dalasi, alle Personen ab 14 Jahren müssen
5 Dalasi für die folgende Untersuchung und Behandlung bezahlen. Die
Medikamente werden kostenlos ausgegeben.
Gelegentlich habe ich auch einen Arzt unterstützt beim Wunden
säubern, desinfizieren und verbinden.
An den „Kliniktagen" (jeden zweiten Dienstag) habe ich den Müttern
Vitamine gegeben während eine Krankenschwester die Babys geimpft hat.
Zwischendurch saß ich immer wieder in der Medikamentenausgabe.
Im Kindergarten habe ich hauptsächlich den Sport-, Englisch- und
Mathematikunterricht durchgeführt und ab und an mit den Kindern gebastelt.
Dies waren im Groben meine Hauptaufgaben. Wenn allerdings irgendwo Unterstützung
gebraucht wurde, bin ich spontan eingesprungen.
Da ich aus einem anderen Berufsfeld komme, waren beide Einsätze
sehr interessant für mich, noch dazu in einem der 10 ärmsten
Länder der Welt. Beides hat mir sehr viel Freude bereitet. Natürlich
wachsen einem die Kinder im Kindergarten sehr ans Herz, besonders wenn
man eine bestimmte Klasse zugeteilt bekommt und man die Möglichkeit
hat, selber mitzuwirken und den Unterricht zu gestalten - es hat Riesenspaß
gemacht.
Was die Menschen betrifft, kann ich nur Positives berichten. Ich wurde
von allen Menschen freundschaftlich aufgenommen. Die Gastfreundschaft ist
unwahrscheinlich groß und ohne jede Vorurteile. Die Menschen freuen
sich, etwas von ihrem Leben und ihrer Kultur an fremde Menschen weitergeben
zu können und andererseits wollen sie auch etwas von unserem Leben,
unserer Kultur, erfahren. Durch diese absolute Offenheit gelang es mir
sehr schnell, mich zu integrieren und ich wurde von jedem ohne Vorbehalten
akzeptiert. Auch für meine für sie bestimmt manchmal seltsamen
europäischen Verhaltensweisen hatten sie Verständnis.
In diesem Zuge möchte ich noch erwähnen, dass sowohl Ebou
Camara, der Schulleiter, als auch Sophie Jata, Stellvertretende Schulleiterin
und Lehrerin, nun bereits einige Erfahrungen mit Praktikantinnen gesammelt
haben und dass ich mich bei beiden sehr wohl und sicher und verstanden
gefühlt habe. Beide sind offen, man kann über alles reden und
sie alles fragen. Sie achten auch sehr liebenswert darauf, dass es einem
gut geht.
Für mich persönlich war es faszinierend, das Leben dort mitzuerleben.
Da man ab Nachmittag freie Zeit zur Verfügung hat, habe ich mich entschieden,
den Alltag so gut wie möglich mitzuerleben. Somit habe ich nach der
Arbeit bis meistens abends Sophie geholfen bei der Hausarbeit, beim Kochen,
Waschen, usw. Und ich habe sie bei ihren Dorfrundgängen und -besuchen
begleitet und bin zu sämtlichen Feiern mitgegangen, wir haben sehr
viel geredet - so habe ich auch viel von den Menschen erfahren.
Ich finde es beeindruckend, dass die (meisten) Menschen dort, obwohl
sie wirklich nicht viel besitzen, so fröhlich sind. Sie lachen sehr
viel, sie machen sich so gut wie keinen Stress, keine Hektik, sie haben
eine andere Lebenseinstellung (Speziell dort im Landesinneren.) Wir können
viel voneinander lernen!
Positiv finde ich den Zusatzunterricht, den Sophie täglich für
die Kinder, welche sich im Unterricht schwer tun, macht. Sie kennt genau
die „Schwachstellen" ihrer Kinder und arbeitet konsequent daran.
Ebenso der einmalige Ausflug der „Großen Kleinen" an die Küste,
ist eine besondere Abwechslung, da viele Kinder noch nie dort waren oder
nie wieder an die Küste des Landes kommen werden.
Eine Anregung ist, dass man mehr Unterricht gibt, in dem man mehr auf
das Logische Denken, auf Zusammenhänge, Gemeinsamkeiten und Unterschiede
abzielt. Des Weiteren könnte man z. B. auch im Sportunterricht gezielter
an der Koordination arbeiten (Arme und Beine) oder wie auch schon von Marie-Cathrin
angesprochen an der Fingerfertigkeit / Geschicklichkeit arbeiten.
Insgesamt war dieser Aufenthalt für mich eine superschöne
und große Erfahrung. Empfehlen kann ich auch, wenn es zeitlich passt,
mit Sophie oder Ebou zu Feiern zu gehen oder auch einen Ausflug übers
Wochenende zu machen. So erhält man ein noch breiteres Bild, weitere
Eindrücke von Land und Leuten auch in anderen Teilen Gambias. Ich
bin dankbar für diese Möglichkeit, Kultur, Wissen und Erfahrung
austauschen zu können.
Ein günstiger Nebeneffekt ist natürlich, dass durch die Praktikantinnen
die Organisation bekannter wird. So habe ich den Newsletter und die Homepageadresse
bereits in meinem Freundes-, Bekannten- und Arbeitskreis verteilt. Somit
öffnen sich hoffentlich mehr Augen und der eine oder andere unterstützt
mit Spenden. Jeder Mensch zählt.
Die Einwohner speziell von Marakissa und Darsilami zeigen auch, dass
sie dankbar und froh über die Unterstützung von Deutschland sind.
Ich finde es auch gut, dass die Hilfe mit den Einheimischen abgesprochen
wird und an die dortigen Verhältnisse angepasst wird. Sie wird auf
die Gewohnheiten und Gegebenheiten abgestimmt, so dass sowohl mit dem Kindergarten
als auch mit dem HCE eine langfristige Hilfe geschaffen wurde, die von
den Einheimischen weitergeführt werden kann.
Gesundheit und Bildung für alle - beides ist immer noch keine Selbstverständlichkeit
in vielen Ländern dieser Erde. Dies müssen wir „uns" Europäern
bewusst machen und jeder kann ein kleines Stückchen dafür tun,
dass es auch in fernen Ländern den Menschen zugänglich gemacht
wird.
In diesem Sinne bedanke ich mich bei allen, die mir dieses Praktikum
ermöglicht haben und allen Menschen, die dazu beigetragen haben, dass
es für mich eine wundervolle unvergessliche Erfahrung bleibt.
Verena Gollob, München, 23.06.2004
Praktikumsbericht 19.10.2004 - 08.04.2005
Jule Wisst
Mein Praktikum in Marakissa war eine tolle Erfahrung, die ich nie vergessen
werde.
Bei meiner Ankunft wurde ich von 180 Kindern und von den Lehrern herzlich
begrüßt. Danach wurde ich dem Bürgermeister und dem muslimischen
Oberhaupt des Dorfes vorgestellt. Sie wünschten mir alles gute bei
der Arbeit und hoffen, dass es mir bei ihnen gefällt und ich nun als
Dorfmitglied aufgenommen bin. Sogleich bekam ich eine Namenspatin. Ich
wurde nach Kaddy Colley, eine Frau aus den Ältestenrat des Dorfes
benannt. Vor allem den Älteren fiel es so leichter mich mit Namen
zu Grüssen.
Zu Beginn wollte ich in jeder Klasse eine Woche lang bleiben und dann
in die nächste wechseln. Ich begann in Saffiatou Jatta's Klasse, in
ihrer Klasse sind die ältesten Kinder. Es stellte sich jedoch heraus,
dass ich nach einer Woche gerade die Namen der Kinder wusste (30 pro Klasse)
und ihre Charaktere besser kennen lernte. Deshalb beschloss ich noch eine
weitere Woche in dieser Klasse zu bleiben. Es machte viel mehr Spaß,
als ich die Kinder mit ihrem Namen ansprechen und sie besser einschätzen
konnte. Anfangs habe ich dem Lehrer assistiert, wie zum Beispiel das Klassenregister
geprüft, die Schreibaufgaben kontrolliert und verbessert und Hilfestellung
bei Schreibübungen gegeben. In dem Fach "Malen/Basteln" fiel mir auf,
dass meist nur mit Buntstiften gemalt wurde, da 20min. für andere
Dinge wie z.B. basteln das heißt ausschneiden, kleben, mit Wasserfarben
malen etc. nicht ausreichten. Die Lehrer und ich redeten darüber und
waren uns einig, dass der Mal- und Bastelunterricht auf 30min. verlängert
wird und außerordentliche Bastelaktionen auch länger dauern
dürfen. Die jüngste Klasse hatte bisher kein "Basteln/Malen"
und dies veränderten wir auf 2mal pro Woche.
An einem 1wöchigen Workshop "programming for young children 0
- 8 years" nahm ich mit Saffiatou Jatta teil. Hierbei lernten wir eine
interessante Unterrichtsmethodik kennen. Dabei gibt es verschiedene Themen
wie zum Beispiel Verkehr, Familie, Pflanzen die jeweils eine Woche
lang unterrichtet werden. Dadurch wird der Unterricht attraktiver und abwechslungsreicher
für die Kinder. Zum Beispiel im Mathematikunterricht zählt man
nicht nur Striche sondern Knöpfe, Autos oder Familienmitglieder. Diese
Methode haben wir für den Kindergarten übernommen. Zuerst fiel
es den Lehrern etwas schwer, da man gewisse schriftliche Vorarbeit leisten
musste. Doch sie gewöhnten sich immer mehr daran und es fiel ihnen
zusehends leichter.
Als ich in allen Klassen je zwei Wochen war, ging ich in einzelne Klassen
zum Bastelunterricht. Zu zweit (mit dem Lehrer) war es einfacher mal etwas
"größeres" zu basteln. Mit den Kleineren kneteten wir Schlangen;
mit den Größeren bastelten wir Rasseln aus Klorollen, Gespenster
aus Papier und Plastiktüten, Fangbeutel aus Papier etc.. Die Kinder
freuten sich sehr darüber und waren erstaunlich dankbar und stolz
ihr Gebasteltes mit nach Hause nehmen zu dürfen. Dabei fiel auf, dass
sie solche Übungen noch mehr brauchen um eine bessere Geschicklichkeit
und Fingerfertigkeit (Feinmotorik) zu bekommen. Beim Singen, Trommeln und
Tanzen hingegen haben sie extrem viel Rhythmus- und Taktgefühl; dies
hat mich sehr beeindruckt.
Die Lehrer wussten oft nicht, was sie basteln könnten, denn sie
haben dies selbst nie gemacht bzw. gelernt. Ich überlegte mir einfache
Dinge zum Basteln und Falten und stellte sie ihnen vor. Alle waren sehr
interessiert und mit Eifer dabei die Dinge nach zu basteln.
Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass die Lehrer weitere Fortbildungen
erhalten und sich mit anderen Schulen/Lehrern austauschen. Dadurch werden
sie zu eigener Kreativität angeregt und die Umsetzung von Neuem fällt
leichter.
Aufgrund der Klassengröße wäre es eventuell sinnvoll
kleinere (Lern)Gruppen zu bilden. Dadurch ist mehr Konzentration auf Einzelne
und spezielle Hilfestellung möglich. Zum Beispiel haben 10 Kinder
eine Woche 30 min. länger Unterricht und dann kommen die nächsten
Kinder dran. Oft gibt es große Unterschiede bezüglich der Fähigkeiten
der Kinder in einer Klasse. Vielleicht wäre der zusätzliche Förderunterricht
ein Mittel dem entgegen zu wirken (von Marie-Kathrin initiiert), der zu
meiner Zeit nicht statt fand.
Dies sind nur Vorschläge und Gedanken meinerseits und sollen das
noch Machbare aufzeigen. Meine bisherigen Überlegungen beruhen auch
eher auf einer deutschen (sehr kritisch und anspruchsvoll betrachteten),
pädagogischen Sichtweise.
Denn andererseits gelten, im Vergleich zu anderen gambianischen Kinder,
die Kinder aus unserem Kindergarten als sehr gut vorbereitet in der Grundschule.
Ihnen fällt die Eingewöhnung an die Grundschule nicht so schwer,
da der "Unterricht" für sie bekannt ist. Sie können auch schon
einige Buchstaben und Zahlen schreiben und sind daher eindeutig im Vorteil.
Im Vergleich zu deutschen Kindern scheinen die gambianischen Kinder
schon sehr erwachsen. Sie müssen (vor allem die Mädchen) von
klein auf mithelfen, sei es Wasser oder Holz holen, kochen, putzen etc..
Schon die 5jährigen passen auf die 3jährigen auf und dies sehr
fürsorglich und erstaunlich gut. Sie freuten sich über jede Aufmerksamkeit
die ich ihnen gab. Sie waren dankbar für jede Aktion die ich mit ihnen
machte.
Diese andere Kultur, diese andere Lebensweise hat mich schwer beeindruckt.
Zum Beispiel hat die Zeit hier einen total anderen Stellenwert. Hier
hat man Zeit. Alle bewegen sich sehr langsam und niemand kommt pünktlich.
Man vereinbart keine genaue Uhrzeit sondern man trifft sich zum Beispiel
nach dem Mittagessen, Abendessen oder Gebet. Mit meinem "verinnerlichten
Timing" musste ich mich natürlich zuerst an die Situation gewöhnen.
Solche und andere typische deutsche Denkweisen wurden mir in dieser anderen
Kultur erst richtig bewusst.
Des weiteren hat mich der Familienzusammenhalt und das Familienzusammenleben
äußerst beeindruckt. Die Gastfreundschaft und das Teilen von
Essen oder Gegenständen hat mich sehr fasziniert. Alles ist sozusagen
Allgemeingut und jeder hat ein Recht es zu benutzen bzw. auszuleihen. Wenn
jemand zum Zeitpunkt des Essens kommt, muss er mitessen. Alles andere wäre
unfreundlich von dem Gast und dem Gastgeber.
Eine unvergessliche Erfahrung war für mich ohne Strom und Fernsehen
zu leben, dafür am Lagerfeuer zu sitzen und zu tratschen, viel zu
lachen auch wenn keiner sich versteht.
Nun weiß ich unseren Luxus wirklich zu schätzen und wie
verdammt gut es uns geht. Was es für ein Privileg und Glück ich
habe in Deutschland zu leben bzw. einen gewissen Lebensstandard zu haben.
Keine Sorgen zu haben, dass mein Kind an Malaria erkrankt und stirbt; oder
ich es nicht in die Schule schicken kann, da kein Geld dafür vorhanden
ist.
Dies waren nur einige der Erfahrungen die ich in Gambia machen durfte
und dafür bin ich sehr dankbar.
Vielen Dank vor allem an Saffiatou Jatta, mit der ich wohnen durfte
(ihr leckeres Essen),
Ebou Kamara (&family), der mich in die Dorfgemeinschaft eingeführt
hat und mir vieles erklärt hat,
Hassan Manneh, der mich zu seiner Familie in den Senegal mitnahm und
mir somit ein unvergessliches Wochenende ermöglicht hat,
tausend Dank auch an Alieu Sarr, Remmey Sambou, Momodou Jombo Jatta,
Lamin Bojang, Fatou Jammeh, Keluntang Jarju, Amadou Kamara, Bakary Manneh,
Kaddy Bah, Kaddy Manneh, Kaddy Colley, Youssou N'Dour, Ndey Jarju,
Young Baradas, für das Gefühl voll integriert zu sein.
Großen Dank an Christa Morgenrath, für jegliche Unterstützung
und vor allem vielen Dank an Wolfgang Dahl, der mir dies überhaupt
erst ermöglichte.
Liebe Grüße Eure Jule
Praktikumsbericht 27.04.2005 - 14.07.2005
Julia Albers
Zu Beginn meines Praktikums im Kindergarten Mülheim/Ruhr habe ich
zunächst eine Woche in jeder Klasse verbracht, dort geholfen und teilweise
auch selber den Unterricht gestaltet. Besonders das Lernen durch Singen
z.B. des Alphabets, wie Marie Cathrin es schon beschrieben hat, hat mich
sehr beeindruckt.
Auch die unterrichteten Fächer finde ich sehr gut. Neben
Mathematik, Englisch, Lesen und Schreiben, Kunst und Kreativität,
sowie Religion und Sport werden die Kinder in Fächern wie Pflanzenkunde,
Sozialunterricht, Rhythmik und Gesundheitskunde unterrichtet. Diese Fächer
halte ich für besonders wichtig, da sie eine Verbindung zwischen den
"normalen" und eben auch weltweit unterrichteten Schulfächern sowie
dem eigenen Land und der eigenen Kultur der Kinder herstellen.
In diesen Stunden erlernen sie sofort anwendbares und überprüfbares
Wissen, wie z.B. die Frage, wann Mangos reif werden oder in welchem Verhältnis
die Leute innerhalb einer Familie zueinander stehen. Das Lehren dieser
Fächer vermindert meiner Meinung nach auch die Kluft, die ansonsten
möglicherweise zwischen den Kindern und ihren Eltern entstehen könnte,
da diese oftmals keinerlei Schulbildung genossen haben. Die Lehrer schaffen
es sehr gut, dass Wissen in einer kulturell angemessenen Weise zu vermitteln.
Allerdings ist es in Gambia gänzlich unüblich zu spielen.
Die Lehrer sind in den für das Spielen vorgesehen Stunden oftmals
überfordert, da sie selber auch nie gespielt haben. Zukünftigen
Praktikanten und Praktikantinnen kann ich daher nur empfehlen, vor Antritt
des Praktikums mal eine Woche in einen Kindergarten zu gehen, um sich dort
Anregungen für Gruppenspiele zu holen. Bei der Planung von Spielen
oder Bastelaktionen muss man sich über das Material keine Sorgen machen.
Bastel- und einfaches Spielmaterial wie Bälle, Seile etc. sind ausreichend
vorhanden. Es ist aber zu beachten, dass die Spiele nicht zu anstrengend
sein dürfen, da es ansonsten auf Grund der Hitze unmöglich sein
könnte, die Spiele auch tatsächlich durchzuführen. Beim
Basteln sollte man sich einfachste Dinge ausdenken, da die Kinder außerhalb
der Schule keinerlei Möglichkeit haben, ihre Fingerfertigkeit zu trainieren
und deswegen gerade die ganz Kleinen oft schon mit dem Halten eines Stiftes
überfordert sind.
Abschließend bleibt zum Unterricht noch zu sagen, dass ich positiv
überrascht war von dem hier angewandten Konzept, ein Thema eine Woche
lang in allen Fächern zu behandeln. So wurde z.B. einmal in einer
zweiten Klasse das Thema "Transportmittel" behandelt. Hier wurde neben
den auch uns bekannten, europäischen Fortbewegungsmitteln z.B. der
Ochsenkarren genannt, wodurch wieder ein Bezug zur realen Lebenswelt der
Kinder hergestellt wurde. Im Mathematikunterricht wurden dann zwei Autos
plus drei Autos gerechnet und später wurden die Namen der Transportmittel
geschrieben oder im Kunstunterricht ein Auto gezeichnet.
Während meines Aufenthaltes in Marakissa habe ich außerdem
einen Tag in der örtlichen Grundschule verbracht, die "unsere Kinder"
nach dem Kindergarten besuchen. Im Gespräch mit verschiedenen Lehrern
und dem Schulleiter der Grundschule wurde mir gesagt, dass es einen deutlichen
Unterschied gibt zwischen den Kindern, die "unseren" Kindergarten besucht
haben und denen, die vorher noch keinen Unterricht erhalten haben. Der
Schulleiter zeigte sich zufrieden mit der Zusammenarbeit seiner Schule
mit unserem Kindergarten und wie alle Leute im Dorf machte er mir deutlich,
dass man in Gambia dankbar für die Hilfe ausländischer Nationen
ist. Wie ich im Laufe der Wochen in vielen Gesprächen immer wieder
gehört habe, sehen die Leute Bildung für ihre Kinder als äußerst
wichtig an und sind sehr dankbar für jegliche Hilfe.
Insgesamt kann ich nur sagen, dass ich die Zeit in Marakissa sehr genossen
habe und sehr viel über die verschiedenen Kulturen und eine ganz andere
Lebensweise gelernt habe. Ich bin sehr froh, dass ich so viele unglaublich
nette und offene Menschen kennen lernen durfte, die mich an ihrer Kultur
teilhaben ließen.
Ich bedanke mich bei den Leuten, die mir dieses unvergessliche Erlebnis
ermöglicht haben.
Julia
Praktikumsbericht 29.09.2005 - 20.01.2006
Julia Stechert
Was soll ich noch dem hinzufügen, was meine Vorgängerinnen über
diesen unvergesslichen Aufenthalt in Gambia geschrieben haben?
Auch ich wurde sofort auf unglaublich liebevolle und freundliche Weise
in das Leben der Dorfgemeinschaft und der Schule integriert.
Da die Menschen in Marakissa, insbesondere Ebou Kamara und Saffie Jatta,
nach so vielen Praktikantinnen vor mir schon einen Einblick in die europäische
Lebensart haben, verstanden sie, dass man einfach kurze Zeit braucht, um
sich an die anderen Lebensumstände zu gewöhnen. Mit viel Witz,
Freude und Interesse räumten wir gemeinsam kleine Sorgen oder Missverständnisse
aus dem Weg und bauten schnell ein vertrautes und freundschaftliches Verhältnis
auf. Ich fühlte mich von Anfang an sicher und gut aufgehoben in einer
Welt, die für mich, die schon immer in einer deutschen Großstadt
lebte, doch eine sehr ungewohnte war.
Was ist nun so ungewohnt? fragt man sich, wenn man noch nie für
einige Zeit in Gambia gelebt hat.
Ich war beispielsweise in einer Zeit dort, wo es unglaublich heiß
gewesen ist und ich teilweise an körperliche Grenzen stieß,
da ich schnell erschöpft war. Kleine alltägliche Aufgaben werden
dann auf einmal zu einer großen Anstrengung.
Auch das Essen - was sehr lecker war - brauchte einige Zeit der
Gewöhnung. Saffie war immer sehr bemüht, mir Dinge zu kochen,
die ich mochte und freute sich sehr, dass ich in dieser Hinsicht sehr unkompliziert
bin und beispielsweise Fisch esse, der dort so ziemlich jeden Tag auf dem
Plan stand.
Ungewohnt war auch, dass es dort z.B. normal ist, andere Menschen,
meist jeweils jüngere oder Kinder, loszuschicken um Dinge für
einen zu besorgen oder zu erledigen oder einfach nur um anderen etwas auszurichten.
Ich mache das ja normalerweise selbst und dachte, es wäre eine Art
Privileg für mich als Gast, dass ich überhaupt nicht wollte,
da ich ja so weit es geht afrikanisch leben wollte. Es stellte sich heraus,
dass es dort Gang und Gäbe ist und ich fand mich damit ab. Manchmal
hatte ich das Gefühl, dass halb Gambia unterwegs ist, um irgendetwas
für irgendjemanden zu besorgen. Das schlechte Gewissen, das sich einstellte,
wenn irgendjemand etwas für mich machte, was ich auch locker selbst
hätte erledigen können, wurde ich jedoch nicht los.
Auch die langsame Lebensart und das relaxte Umgehen mit Dringlichkeiten,
was Jule schon erwähnte, stellt einen, der aus einer schnelllebigen
und auf Korrektheit bedachten Gesellschaft kommt, anfangs doch auf eine
Geduldsprobe. Wenn man sich daran allerdings gewöhnt hat, merkt man
schnell, dass es sich so sehr viel entspannter und glücklicher leben
lässt. Manchmal habe ich mich gefragt, ob der Tag dort mehr als 24
Stunden hat.
Mich beeindruckte sehr, dass trotz der harten und schweren körperlichen
Arbeit, die tagsüber geleistet wird, auch das Vergnügen nicht
zu kurz kommt: So konnte man zum Beispiel Frauen im Dorf beobachten, die
auf den Tag verteilt ca. 6x zum Brunnen laufen und ungefähr 30 Liter
Wasser auf dem Kopf in ihr Haus transportieren (ohne das ein Tropfen danebengeht),
Feuer machen und Essen für Großfamilien kochen, Felder mit dem
Eimer bewässern und abernten, Wäscheberge mit der Hand und Kernseife
waschen, das Haus und den Hof in Ordnung halten und nebenbei immer noch
Zeit für einen freundlichen Plausch mit Nachbarn oder Freunden halten.
Wenn es dann vorkam, dass sich Musiker anmeldeten, um für genau diese
Frauen abends zu trommeln, dann war so gegen 24:00 Uhr, wenn die Tagesarbeit
erledigt war und man sich kurz ausruhen konnte, der Platz im Dorf unter
dem Mangobaum voll mit singenden, klatschenden und tanzenden Frauen, die
sich bis zum frühen Morgen mit größter körperlicher
Verausgabung prächtig amüsierten und bei Sonnenaufgang wieder
lächelnd mit ihrer täglichen Arbeit weitermachten. Ich bewundere
diese Stärke.
Beachtet man diese alltäglichen Anstrengungen, so erscheint es
logisch, dass nicht viel Zeit bleibt, sich um die Kinder zu kümmern,
die eben sich eben dadurch schon sehr früh mit sich selbst beschäftigen
und Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen
müssen.
Wo es in Deutschland normal ist, mit seinen Eltern zu basteln und zu
spielen ist es in Marakissa eben schwierig, den Kindern Übung in Feinmotorik
und im sanften Umgang untereinander beizubringen. Es wird mit Vorliebe
gerauft, Fußball gespielt und durch die Gegend gerannt und gebrüllt
- und das mit einer unglaublichen Energie.
Das Vorlesen von Büchern, was hierzulande auch zu der einen oder
anderen Kindererziehung gehört, fällt dort gänzlich weg,
da es durch den absoluten Mangel an Büchern und der hohen Analphabetenrate
schlichtweg nicht möglich ist. Dieses wird aber gut durch das Erzählen
von Geschichten am Abend oder auch im Kindergarten als Einstimmung auf
den Tag kompensiert. Es wäre vielleicht auch eine Idee, in der Schule
für das Dorf eine kleine Bibliothek einzurichten, um älteren
Schülern und lesewilligen Erwachsenen die Möglichkeit zu bieten,
sich weiterzubilden.
Der Kindergarten Mülheim ist eine riesige Bereicherung für
die Entwicklung der Kinder, denn dort werden sie geduldig und mit Spaß
und Gesang gefördert und beaufsichtigt.
Die Praktikantinnen tun ihr Übriges mit der Unterstützung
der Lehrer, denn es ist wirklich nicht leicht, 30 energiegeladene und laute
Kinder zur Ruhe und Konzentration zu bringen und von ihnen zu verlangen,
sich hinzusetzen und etwas auszumalen oder zu basteln, zu schreiben oder
rechnen. Ständig springt jemand auf und präsentiert stolz sein
Ergebnis oder ärgert mal eben kurz seinen Banknachbarn. Am Anfang
hatte ich ehrliche Zweifel, jemals mit meiner Stimme über den Geräuschpegel
zu kommen, wenn ein Lehrer mal den Raum verlassen hat. Das legte sich aber
relativ schnell und ich lernte mich durchzusetzen.
Saffiatou Jatta habe ich als eine der fähigsten Lehrpersonen schätzen
gelernt, die sofort merkt, wann man mit einem Lied, in dem natürlich
auch körperliche Bewegung gefragt ist, die Kinder wieder neu motiviert.
Bei ihr habe ich die meiste Zeit assistiert.
Auch Modou Jatta möchte ich hier als Lehrer herausstellen, der
sensibel die Kinder beobachtet und einzelne Schwächen bemerkt und
bearbeitet und natürlich Ebou Kamara, der als Schulleiter nicht müde
wird sich sowohl mit den Kleinen als auch den Erwachsenen und deren Problemen
ernsthaft zu beschäftigen und seine schwere Aufgabe mit großer
Geduld und Freundlichkeit meistert.
Der von den anderen Praktikantinnen erwähnte große Unterschied
zwischen dem Lernvermögen der Kinder ist mir auch aufgefallen - leider
gab es auch zu meiner Zeit noch keinen Nachhilfeunterricht, der an sich
eine sehr gute Idee ist, aber leider in der Umsetzung recht schwierig,
da die Kinder nachmittags zuhause helfen müssen und auch die Lehrer
noch andere Pflichten haben. Als Praktikant allein wäre dies eine
sehr schwere Aufgabe, ohne jemanden, der Jola spricht. Vielleicht könnte
man einfach überlegen, weniger Schüler in eine Klasse zu stecken,
damit sich die Lehrer besser um Einzelne kümmern können, ohne,
dass den anderen langweilig wird. Ob das finanziell, personaltechnisch
und räumlich machbar ist, weiß ich nicht.
Die Lehrer waren insgesamt sehr offen für Vorschläge meinerseits
und haben freudig mit mir nach der Schule Spiele gelernt und gebastelt.
Was mich an der ganzen Sache etwas störte war, dass die Praktikantinnen
sich scheinbar sehr viel Mühe gaben, Spiele zu vermitteln und auch
Bastelanleitungen zu geben, diese aber leider nicht wirklich von den Lehrern
benutzt wurden. Sie sagten zu mir, ich solle ihnen neue Spiele beibringen
und viel später fand ich heraus, dass sie einen Großteil davon
schon kannten und sogar einige Hefter mit Bastelanleitungen auftauchten,
die von Praktikantinnen angelegt wurden nur leider verkramt in einer Ecke
lagen.
Das führt mich zu einem weiteren Punkt, der mich etwas ärgerte:
die Unordnung. Dies mag daran liegen, dass ich als Deutsche nun mal einen
gewissen Grad an Ordnung gewohnt bin, trotzdem war es einfach hinderlich,
das sämtliches Spielmaterial durcheinander in einzelnen Büros
oder im Lehrerzimmer lag und man somit einfach keinen Überblick hat,
was es eigentlich gibt. Also machte ich mich daran, Ordnung in das Chaos
zu bringen und würde die nächsten Praktikantinnen bitten, darauf
zu achten, dass das auch halbwegs so bleibt. (Ich weiß, dass das
nicht so leicht ist.)
Mir ist klar, dass es sehr schwer ist, einen großen Haufen quickfideler
und lauter Kinder zu beaufsichtigen - das habe ich am eigenen Leibe gespürt
- trotzdem wäre bei einzelnen Lehrern meiner Meinung nach ein bisschen
mehr Motivation gefragt, z.B. das aus Deutschland geschickte Spielzeug
auch zu benutzen und einen phantasievollen Sportunterricht zu gestalten,
und nicht, wie ich es beobachtete, die Kinder nur auf dem Spielplatz herumtollen
zu lassen. Hier sind die Praktikantinnen ja auch gerne bereit, unterstützend
zur Seite zu stehen. Den Kindern jedenfalls bringt es unzweifelhaft Freude
und das ist es schließlich, was zählt.
So, nun hatte ich ja doch noch allerhand zu sagen und selbst das ist
nur ein Bruchteil dessen, was mir im Kopf herumschwebt.
Trotz dieser verbesserungswürdigen Kleinigkeiten muss ich aber
noch einmal betonen, dass der Kindergarten Mülheim eine wunderbare
Einrichtung ist, die den Kindern einen guten Start in das Schulleben ermöglicht
und sie sehr fördert.
Viele Menschen sind daran beteiligt, den Kindern mit Freude das Lernen,
Spielen und Basteln und den Umgang mit anderen Menschen beizubringen. Das
finde ich ganz großartig und sage dazu: ein großes Bravo an
alle Beteiligten.
Mein Aufenthalt in Marakissa ist eine der schönsten Erfahrungen
meines bisherigen Lebens und ich möchte noch mal allen Menschen danken,
die dazu beigetragen haben, ganz besonders Ebou Kamara (und seiner Familie)
für die Freundschaft und das bereitwillige und sehr interessante Erklären
der Gambianischen Kultur, die tollen Ausflüge und das viele Lachen,
die Fürsorge und Hilfe; Saffiatou Jatta (und ihrer Familie) für
die Freundschaft, das tolle Essen, das Lachen und die schönen Abende
unterm Sternenhimmel; dem gesamten Lehrpersonal und Mitarbeitern in der
Schule für ihre Freundlichkeit, Offenheit und den Spaß; allen
180 Kindern für ihre ansteckende Lebensfreude; Senegambia Jabang und
ihrer Familie, Youssou'N'Dour und allen anderen Menschen Marakissas für
meine vorbehaltlose Integration in die Dorfgemeinschaft und ihre unendliche
Gastfreundschaft und natürlich und ganz besonders Wolfgang Dahl, der
mich von Deutschland aus mit seiner Freundlichkeit und guten Laune immer
wieder durch viele Telefonate sehr unterstützte und sich immer wieder
nach meinem Wohlergehen erkundigte. Danke!
Julia Stechert (Senegambia Jabang), Berlin, 03.03.2006
Praktikumsbericht 12.02.2006 - 16.05.2006
Katrin Feldermann
Dieses Praktikum war etwas ganz besonderes für mich und hat mir viele
Erfahrungen gebracht.
Die Dorfgemeinschaft und das Leben mit den Kindern und vor allem der
Umgang mit den Lehrern konnten mir viel von der reichen Kultur Gambias
vermitteln.
Ich habe mit Sophie, der stellvertretenden Schulleiterin und Lehrerin
zusammengelebt.
Die ersten 6 Wochen habe ich mein Zimmer und meine Erfahrungen mit
Rika, einer anderen deutschen Praktikantin, geteilt. Wir waren quasi das
Pilotprojekt und haben gezeigt,
dass es auch von Vorteil sein kann wenn man zu zweit vor Ort in der
Schule ist.
Es haben sich von Anfang an alle Lehrer sehr bemüht dass wir uns
wohl fühlen und somit fühlte ich mich vom ersten Moment an gut
aufgehoben.
Besonders der Schulleiter Ebou Kamara war immer für uns da und
durch seine lange Erfahrung mit Praktikantinnen konnte er sich sehr gut
in unsere Personen einfühlen.
Manchmal gab es Momente für mich, besonders nachdem Rika zurück
in Deutschland war, die mir zeigten dass ich mit anderen Werten und Einstellungen
aufwuchs und es war nicht immer leicht alles zu verstehen was mich umgab,
wie zum Beispiel die Mehrfachheirat der Männer.
Aber auch in diesen Situationen habe ich viel mit Ebou und den anderen
Lehrern darüber gesprochen und versucht mich in ein Leben einer Gambianerin
hineinzuversetzen.
Manchmal entstanden so wirklich sehr witzige Konversationen und ich
konnte alle so viel besser kennen lernen.
Im Nachhinein habe ich viel für mich aus den Unterhaltungen gewonnen.
Es war wirklich sehr schön an dem Schulalltag der Kinder teilhaben
zu dürfen und so habe ich zu vielen Kindern eine Freundschaft aufgebaut.
Ich habe bei der der Auswahl der Patenkinder geholfen, was eine große
Ehre war und sehr spannend. Ebou, Saffiatou und ich haben die Familien
der Kinder besucht, uns mit den Eltern unterhalten, das Programm erklärt
und auch unsere Erwartungen an die Empfänger dieses Programmes geschildert.
Dieses Programm bietet vielen Kindern eine großartige Chance auf
eine guten Schulbildung und unterstützt somit die ganze Dorfgemeinschaft!
Dies ist wahrscheinlich einer der Gründe warum jede Praktikantin
so herzlich aufgenommen wird, die Leute vor Ort wissen um Bedeutung des
Projektes und haben viele gute Erfahrungen mit Ausländern machen dürfen,
sowie die Praktikantinnen, zumindest spreche ich da über mich, viele
herzliche und anreichernde Erfahrungen machen durften. Ich habe bei dem
Schulbetrieb mitgeholfen und der Organisation für den Verein, an Ebous
Seite.
In meiner Freizeit haben Ebou und ich uns oft mit dem Motorrad und den
zu großen Helmen
;-) auf den weg gemacht und das Land erkundet.
Den Strand haben wir an den Wochenenden besucht, Muscheln gesammelt
und viel über Land und Leute gesprochen.
Was mir besonders gut an der Vereinspolitik gefällt, was ich an
anderen Vereinen bisher oft vermisst habe, ist die Offenheit und Ehrlichkeit
des Vorstandes gegenüber uns aber auch gegenüber allen Spendern
und aussenstehenden.
Es gab, wie auch im Internet veröffentlicht, Probleme mit einem
deutschen Zuständigen vor Ort.
Diese Situation ist auch für die Gambianer sehr schwierig und
hier muss man sagen kam viel Unterstützung des Vorstandes, welcher
sich auch immer erkundigte ob wir alles haben was man so als Deutsche in
Gambia braucht.
Ich kann nur meine Anerkennung aussprechen für die Arbeit vor
Ort aber auch die viele Arbeit die sich von Deutschland auf den langen
Weg nach Gambia macht.
Ich hoffe dass noch viele Praktikantinnen dort Erfahrungen sammeln dürfen,
zwischen Palmen und Kultur.
Vielen Dank an alle die mir diesen Aufenthalt möglich gemacht haben
und liebe Grüße
Katrin
Praktikumsbericht 01.02.2006 - 29.03.2006
Rika Niggemann
Die Erfahrungen, die ich während meines Praktikums in Marakissa gemacht habe, waren eine große Bereicherung für mich und werden mir unvergesslich bleiben.
Ich wurde mit großer Herzlichkeit aufgenommen, sowohl von den Lehrern und den Kindern als auch von der Dorfgemeinschaft, die mich stellvertretend durch ihren "Alkalo" (Bürgermeister) willkommen hieß. Mit einer Selbstverständlichkeit und auf liebevolle freundliche Art wurde ich in die Dorfgemeinschaft und den Schulalltag integriert. Besonders beeindruckt hat mich die spontane freudige Unvoreingenommenheit der Kinder, die sie mir als "fremde Weiße" entgegenbrachten.
In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass der Schulleiter Ebou Kamara eine sehr wichtige Bezugsperson und wertvolle Begleitung während meines dortigen Aufenthaltes war, jederzeit ansprechbar und bereit, mir beim Zurechtkommen in einer für mich fremden Welt zu helfen. Man konnte gut Fragen ansprechen über die vielfach gegensätzlichen Lebensweisen aufgrund der unterschiedlichen Kulturen; hieraus entwickelten sich häufig sehr interessante Gespräche, ein reger Gedankenaustausch und ein Näherbringen/Verständnis für die andere Sichtweise. Ich danke Ebou für diese Bereitschaft und seine Menschlichkeit.
Für das "Marakissa-Projekt" ist er sehr bedeutsam. Er vertritt die Projektinteressen zum Wohle der Kinder, manchmal auch gegen die eingefahrenen Gewohnheiten der Dorfgemeinschaft. Es besteht eine rege Kommunikation zwischen ihm und der Projektleitung in Deutschland, damit diese über den aktuellen Stand vor Ort informiert ist.
Ich kann nur die Ausführungen meiner Vorgängerinnen bestätigen, der Umgang und das Arbeiten mit den Kindern hat Spaß gemacht und mir sehr viel Freude bereitet. Den Beobachtungen und Beschreibungen über die Arbeit in der Schule, die in den vorhergehenden Berichten bereits ausführlich dargestellt worden sind, kann ich mich nur anschließen. Anregungen und Spielvorschläge wurden von den Kindern dankbar aufgenommen. Sie freuen sich über jede Aufmerksamkeit, die ihnen entgegengebracht wird, da die dortigen Lebensumstände es nicht zulassen, dass sich in der Familie mit den Kindern beschäftigt wird - der Alltag ist absolut ausgefüllt mit existenziellen Tätigkeiten.
Auch ich würde anregen, in den Nachmittagsstunden (ein- bis zweimal pro Woche) ein Nachhilfe- /Förderangebot für die älteren Kinder einzurichten und evtl. versuchen, dieses als Bestandteil in den Stundenplan zu integrieren. Wobei mir durchaus bewusst ist, dass die Kinder nachmittags in den Familien bei der Bewältigung des Alltags helfen müssen, denn meine Erfahrungen dort haben gezeigt, dass diese Menschen ein Leben führen, das man sich hier nicht mal im Ansatz vorstellen kann - ein Leben, in dem die Handlung dazu dient, das Überleben zu sichern.
Wenn man sich als Praktikantin vor seinem Aufenthalt hier in Deutschland bereits Gedanken zu möglichen Anregungen, Vorschlägen etc. macht, merkt man vor Ort, dass sich manches jedoch nicht realisieren läßt, aufgrund der vorher für uns nicht vorstellbaren völlig anderen Lebensumstände.
Zu Beginn meines Praktikums war ich zunächst, wie bisher üblich, die einzige Praktikantin vor Ort; danach kam Katrin dazu. Unser Zusammenleben funktionierte sehr gut, wir ergänzten uns hervorragend bei der Arbeit mit den Kindern und hatten auch bei außerschulischen Aktivitäten gemeinsam viel Freude.
Ich hatte das Glück, dass während meines Aufenthaltes die alljährliche "Patenreise" durchgeführt wurde. Bei den Exkursionen dieser Gruppe wurden wir stets miteinbezogen und hatten so die Möglichkeit, weitere interessante Plätze in Gambia und im Südsenegal kennenzulernen. An dieser Stelle möchte ich ein herzliches Dankeschön an Wolfgang Dahl aussprechen, dass wir zu diesen Gruppenfahrten mitgenommen wurden und dadurch außerdem schöne unvergessene Eindrücke und Erlebnisse hatten. In diesem Zusammenhang lernten wir Helene kennen, die jetzt vor Ort in Marakissa lebt. Sie wird die nachfolgenden Praktikantinnen begleiten und den Schulleiter Ebou bei der Umsetzung der Interessen des Projektes unterstützen. Von dieser Stelle wünsche ich Helene für ihr Wirken und Leben in Gambia alles Gute.
Im folgenden möchte ich nun auf das Projekt "Kindergarten Mülheim/Ruhr in Gambia" eingehen. Beeindruckt hat mich die Philosophie, die hinter diesem Projekt steht: Hilfe zur Selbsthilfe! Respekt vor den Lebensgewohnheiten und der Kultur stehen im Vordergrund, es werden nicht unsere westlichen Standards und Sichtweisen zugrunde gelegt und den Menschen dort "übergestülpt".
Im Vordergrund steht die Förderung der Kinder und ihnen Bildung zu vermitteln bzw. zu ermöglichen, desweiteren die Lebensumstände der Familien zu verbessern. Einheimische Lehrer/innen sind in dem Kindergarten beschäftigt, dadurch ist einerseits eine Tätigkeitsmöglichkeit für Einheimische geschaffen und andererseits ist die Nähe an den eigenen Lebensgewohnheiten gegeben.
Hierzu ist positiv zu erwähnen, dass es ein gutes Miteinander und eine gute Zusammenarbeit mit den Lehrer/innen war, die sich nicht nur auf schulische Gegebenheiten bezogen hat.
Meine Anerkennung gilt den Verantwortlichen und hier insbesondere Wolfgang Dahl für Mühe und Einsatz sowohl die bestehenden Kontakte aufrechtzuerhalten und auszubauen, als auch neue Kontakte und dadurch außerdem Möglichkeiten zu schaffen, die die Menschen dort aus eigenen Mitteln kaum erreichen könnten.
Ein weiteres Danke an Wolfgang Dahl, der bereits hier in Deutschland uns Praktikantinnen an das Projekt heranführt und durch Videos und Fotos damit vertraut macht. Man merkt schnell, dass es sich für ihn hierbei nicht nur um ein zu betreuendes Projekt handelt, sondern er einen menschlichen Bezug dazu hat. Dieses wird auch dadurch deutlich, dass dort die Menschen ihn "Papa Marakissa" nennen und so ihre Verbundenheit zum Ausdruck bringen.
Zum Abschluss ein ganz herzliches Danke von mir an alle Beteiligten - für die gute Begleitung und fürsorgliche Betreuung - sowohl in Gambia als auch in Deutschland, die mir dieses Praktikum ermöglicht haben und es für mich als unvergessliches Erlebnis in Erinnerung bleiben wird.
Ich wünsche dem Projekt "Kindergarten Mülheim/Ruhr in Gambia" weiterhin viel Erfolg beim Umsetzen und Erreichen der Zielsetzung, damit diese Menschen dort eine Chance auf eine bessere Zukunft mit ihren Kindern und für ihre Kinder haben.
Rika
Praktikumsbericht Oktober - Dezember 2006
Wiebke Maaß
Ich heiße Wiebke Maaß, bin 20 Jahre alt und war (nach dem Abitur)
von Oktober bis Dezember als Praktikantin im Kindergarten Mülheim
an der Ruhr in Gambia. Die drei Monate, die ich in Marakissa verbringen
durfte, waren eine unheimlich interessante, spannende und schöne Zeit,die
ich niemals vergessen werde und für die ich allen, die sie mir ermöglicht
haben, sehr dankbar bin!
Ich war jeweils eine Woche in den Klassen 3a, 3b, 2a, 2b und jeweils
zwei Tage in den beiden ersten Klassen. Danach habe ich wieder von vorne
angefangen, dann allerdings die Klasse jeden Tag gewechselt. Da ich keine
pädagogischen Vorkenntnisse hatte, habe ich mich darauf konzentriert,
dass neue Ideen bzw. die Anwendung der Mal-und-Bastelideen meiner Vorgängerinnen
im Unterricht Anwendung finden. Ansonsten habe ich den Unterricht beobachtet
und z.B. einzelne Kinder unterstützt, wenn es um das Erlernen des
Schreibens von Buchstaben und Zahlen ging.
Die Lehrer lassen die Kinder oft nur mit Bleistiften etwas zeichnen,
dabei gibt es im Materialschrank auch z.B. Wasserfarben, Wachsmalstifte
und Scheren.
Die creative-work-Stunden sind zum Einen eine gute und notwendige Abwechslung
zu den restlichen Stunden, die oft nicht sehr abwechslungsreich gestaltet
werden, und außerdem fördern sie die Fingerfertigkeit,
die natürlich die Grundvoraussetzung für das Schreibenlernen
ist. Die Kinder müssen beim Lernen des Alphabets, der Zahlen und neuer
englischer Vokabeln viel Nachsprechen und die recht eintönigen Lernmethoden
verlangen lange Konzentration. Einige Lehrer (leider nicht alle) erkennen
gut, wenn die Kinder wegen der Langweiligkeit des Unterrichts nicht mehr
aufpassen und lockern die Stunden mit kleine Bewegungsliedern auf. Vor
allem Saffiatou Jatta und Modou Jatta (Lehrer der Klassen 3a und 3b) sind
engagiert und können sehr gut mit den Kindern umgehen. Insgesamt gibt
es einen großen Leistungsunterschied zwischen den Lehrern, einigen
fehlt die Motivation.
Für diese Lehrer wäre es vielleicht sinnvoll, wenn auch in
Zukunft Praktikanten, die Pädagogik/Lehramt/o.Ä. studieren oder
studiert haben, den Lehrern workshops anbieten würden, um ihnen nach
und nach neue Unterrichtsmethoden zu zeigen und ihnen die Verantwortung,
die sie mit ihrem Beruf tragen deutlich zu machen.
Meiner Meinung nach wäre es auch gut, einige Lehrer nochmal an
einigen Lehrer-Seminaren, die für die Ausbildung zum Lehrer angeboten
werden, teilnehmen zu lassen. So könnte man den Lehrern anbieten
die Seminare, die das Thema behandeln, das ihnen vielleicht schwer fällt,
zu besuchen. Ebou würde diese Maßnahme befürworten.
Ich hätte mir manchmal mehr pädagogische Fachkenntnis gewünscht,
um fundierte Verbesserungsvorschläge machen zu können.
Die Lehrer haben es aber auch wirklich nicht leicht - es sind sehr
viele Kinder in einer Klasse, die auch noch unterschiedliche Sprachen sprechen,
das heißt, der Unterricht findet auf Englisch, Jola, Wolof, Fula,
Karoninka und Mandinka statt. Dadurch ist den Kinder zwischendurch
langweilig, wenn sie nicht verstehen, was gerade gesagt wird und sie stören
den Unterricht.
Sehr gut hat mir gefallen, dass die Lehrer sich Themen überlegen
(z.B. Thema Haustiere oder Pflanzen) und dieses Thema 2 Wochen lang in
den verschiedenen Stunden anwenden. So wird dann z.B. beim Thema „Der menschliche
Körper" im Fach Numbers gezählt, wieviele Körperteile es
gibt usw..
Es ist einfach toll die Freude der Kinder mitzuerleben, wenn sie z.B.
Farbhandabdrücke produzieren und einem stolz ihre Werke zeigen! Ihre
Fröhlichkeit (vor allem beim Singen und Tanzen), ihre gespannten Gesichter,
wenn der Lehrer ihnen erklärt was sie machen sollen, ihr -nach anfänglicher
Unsicherheit- begeistertes Arbeiten, ihre Dankbarkeit und ihre „Bintou"-Rufe
(Bintou ist mein afrikanischer Name) weden mir immer in Erinnerung bleiben.
Da die Kinder erst sehr wenig Englisch verstehen, ging die Verständigung
über die Lehrer oder „mit Händen und Füßen". Ich vermisse
die Kinder sehr. Sie sind unheimlich liebenswert, interessiert und sehr
begeisterungsfähig, aber auch frech, laut, recht brutal untereinander
und sehr verantwortungsbewusst ihren Geschwistern gegenüber.
Neben der Erfahrungen im Kindergarten, habe ich aber natürlich
dadurch, dass ich bei Saffiatou Jatta wohnen durfte, viel vom afrikanischen
Alltag mitbekommen. Saffiatou hat mich immer liebevoll umsorgt und war
eine tolle Gesprächspartnerin.
Ebou Kamara und Saffiatou sind einfach großartig, zu ihnen kann
man mit jeder Frage kommen und sich sehr gut mit ihnen unterhalten. Sie
gaben sich große Mühe mich am Alltag und kulturellen Besonderheiten
teilhaben zu lassen. Wie schon von meinen Vorgängerinnen erwähnt,
sind es Ebou und Saffi, die durch ihr Engagement für das Projekt herausstechen.
Es war wirklich ein schönes Gefühl wie freundlich und offen
einen die Einwohner von Marakissa aufnehmen.
Sehr beeindruckt hat mich der starke Familienzusammenhalt und auch
die Verbundenheit der Dorfgemeinschaft. Es sind so viele traditionelle,
soziale und religiöse Dinge, die den Unterschied im Denken und Handeln
ausmachen und ich bin dankbar, dass ich in den drei Monaten wenigstens
einige Aspkte kennenlernen durfte.
Ein Wochenende war ich mit Ebou und Hassan (Koranlehrer) bei Hassans
Familie in einem senegalesischen Dorf, in dem eine Hochzeit stattfand.
So konnte ich für zwei Tage in einem echt afrikanischen Lehmhaus zusammen
mit einer Großfamilie verbringen. An meinem letzten Tag war ich noch
mit auf den Reisfeldern und habe bei der Ernte „mitgeholfen" - begleitet
vom Trommelrhythmus und dem Gesang und Tanzen der Frauen.
Ein tolles Erlebnis war auch die Neubau-Einweihungs-Party mit den Projektleuten
aus Deutschland. Es waren viele Dorfbewohner da und es wurde natürlich
wild getanzt und gesungen, den ganzen Tag lang.
Noch viel interessanter wäre der Aufenthalt natürlich geworden,
hätte ich Jola oder eine der anderen Sprachen gekonnt!
Der Rückhalt für das Projekt im Dorf ist sehr groß.
Dies ist der Fall, weil die deutsche Projektleitung sehr viel Wert darauf
legt, das machen sie wirklich gut.
Für die Zukunft:
-
Praktikanten, die Pädagogik-workshops geben können, sollten es
auf jeden Fall tun.
-
Einigen Lehrern sollte die Möglichkeit geboten werden an den Lehrer-Ausbildungs-Seminaren
zum wiederholten Mal teil zu nehmen (s. oben).
-
Der Materialraum sollte für alle Lehrer jeder Zeit zugänglich
sein. Zur Zeit befindet sich ein Großteil des Bastelmaterials in
Ebous Büro, für das nur er den Schlüssel hat. Dadurch ist
kein Zugriff auf das Material möglich (es sei denn es ist vorher mit
Ebou abgesprochen worden, dass der Schlüssel gebraucht wird). Da Ebou
jetzt aber einen neuen Büroraum im Neubau bekommt, wäre es sinnvoll,
das alte Büro als Materialraum zu nutzen. (Diese Änderung ist
auch von Ebou schon so geplant.)
-
Der ehemalige Wohnraum (mit Bad) von Helene Sauer könnte nun als Kreativ-Raum
genutzt werden. Entweder könnte dort Spielzeug Platz finden, sodass
sich die Kinder dort frei bewegen und selbstständig spielen können,
oder man stellt Gruppentische in den Raum und lagert im Raum die Mal- und
Bastelutensilien. Dann könnten die Lehrer in den creativ-work-Stunden
mit ihrer Klasse in den Raum gehen und dort arbeiten. Das hätte den
Vorteil, dass die benötigten Materialien nicht erst besorgt werden
müssten und die Bilder z.B. auch in diesem Raum Platz zum trocknen
hätten. Eine weitere Idee wäre, dass die Kinder an Gruppentischen
Gesellschaftsspiele lernen/spielen könnten. Um das Spielen von Gesellschaftsspielen
(wie z.B. Memorie) einzuführen, wäre Hilfe von Praktikanten sicherlich
sinnvoll und notwendig. Außerdem müsste es dann am besten von
jedem Spiel mindestens 4 Exemplare geben, damit ein Spiel allen Kindern
zusammen erklärt werden kann und nicht an jedem Tisch ein anderes
Spiel erklärt werden muss.
-
Ein Kreativ-Raum wäre auf jeden Fall gut, weil in den Klassenräumen
sehr wenig Platz ist und eben auch der Platz für die Lagerung von
Material fehlt.
-
Natürlich wäre es toll weniger Kinder pro Klasse zu haben
Was Praktikanten mitbringen sollten:
-
simple Mal-und Bastelideen (Grund: natürlich relativ wenig Materialien,
wenig Platz und Zeit, viele Kinder (30 pro Klasse))
-
englische Bewegungslieder
-
einfach zu erklärende Gruppenspiele für draußen (vor allem
in der ersten Klasse sollten mehr Bewegungsspiele durchgeführt werden,
da die Kleinen nicht so lange stillsitzen können)
Wiebke
Bericht über Patengrundschulkinder - 14.12.2006
Wiebke Maaß
Am 14.12.2006 habe ich, die Grundschule in Marakissa, die Lower Basic School
Marakissa, besucht, um zu sehen, wie es den ehemaligen Schülern des
Kindergartens dort geht.
Die Lehrer erzählten mir, dass sich die Kinder sehr gut in der
neuen Umgebung (die Schule ist viel größer und es sind auch
viel mehr Schüler in einer Klasse) eingelebt hätten. Die Kinder
aus dem Kindergarten Mülheim an der Ruhr seien sehr leistungsstark,
engagiert und machten gute Fortschritte.
Die Patenkinder werden besonders beobachtet und es wird darauf geachtet,
dass sie ihre bestmögliche Leistung abrufen.
Mir wurden die Leistungsranglisten der Klassen gezeigt und die geförderten
Kinder waren meist auf den vorderen Plätzen!
Ich habe die Kinder im Unterricht besucht und sie wirkten ausgeglichen
und nicht überfordert.
Da der Erfolg in der Schule aber auch mit der Unterstützung der
Eltern zusammenhängt, ist es den Lehrern und dem Schulleiter auch
sehr wichtig sich regelmäßig mit den Eltern der Kinder zu treffen.
Die Eltern werden über die Leistungen ihrer Kinder informiert und
es wird mit über eventuelle Probleme und deren Lösung gesprochen.
Es ist sehr wichtig, dass den Kindern auch zu Hause die Möglichkeit
zum Lernen geboten wird. Die Kinder müssen oft nach der Schule bei
der Haus- und Feldarbeit mithelfen und dadurch fehlt ihnen dann die Zeit
zum Lernen. Insofern ist es gut, dass die Schule in solchen Fällen
das Gespräch mit den Eltern sucht.
Wiebke
Mein Praktikum in Marakissa von September 2008 bis März 2009
Alex Bruchhagen
Ich habe sechs wundervolle Monate im Kindergarten Mühlheim an der Ruhr verbracht und vieles erlebt.
Am 4. September 2008 ging es für mich los. Reichlich aufgeregt erreichte ich den Flughafen Banjul. Es war noch mitten in der Regenzeit und der Kindergarten war noch geschlossen. Aus dem Flugzeug ausgestiegen traf mich fast der Schlag. Eine derartige Hitze kennen wir Europäer wohl nur aus der Sauna.
Es hat viel geregnet und die Straßen waren fast unpassierbar. Darum konnten die Kinder den Kindergarten auch nicht erreichen.
Also gab es für mich am Anfang zwei Wochen Ferien. Das war super um mich einzugewöhnen und mich an die ungewohnten Wetterumstände zu gewöhnen.
Ich habe das Praktikantenzimmer im neuen Gebäude gegenüber von unserer kleinen Krankenstation bekommen. Es ist ein wirklich großer Raum mit netter Einrichtung. Ich musste in meinem Zimmer auf nichts verzichten. Ein voll ausgestattetes Badezimmer, ein richtig bequemes Bett (mit deutscher Matratze) und Licht zu jeder Zeit.
Am Anfang konnte ich nur Mineralwasser trinken, habe es aber nach und nach mit dem Leitungswasser gemischt und nach kurzer Zeit hatte sich mein verwöhnter Magen an das Ungewohnte gewöhnt.
An dass Essen musste ich mich nicht gewöhnen. Saffiatou ist eine tolle Köchin und ich vermisse ihr Essen schrecklich.
Wenn es dann doch mal etwas Außergewöhnliches gab wie eingelegte Kuhhaut, dann gab es keine Probleme, wenn ich es nicht mochte.
Zu Beginn meines Aufenthaltes war Ramadan (die muslimische Fastenzeit). Zusammen mit der Hitze wurden alle auf eine schwere Probe gestellt. Alles lief ein bisschen langsamer ab und ich freute mich jeden Tag auf das abendliche Festmahl.
Der Regen lies nach und die Kindergarten öffnete wieder.
Es war direkt nach den großen Ferien und wir bekamen eine Menge neuer Schüler.
Viele der Kleinsten wollten gar nicht bleiben und am liebsten mit den Eltern wieder nach Hause.
Die ersten Tage waren dann sehr anstrengend mit vielen anhänglichen, weinenden und aufgedrehten Kindern.
Aber schon kurze Zeit später spielte sich der Schulalltag wieder ein und ich war in Saffies Klasse. In dieser Klasse waren die ältesten Kinder, die somit auch am besten Englisch verstanden. Zeitweise habe ich dann sogar die ganze Klasse alleine unterrichtet.
Ohne einheimischen Lehrer ist das am Anfang sehr schwer. Ich denke das hängt mit dem Erfahrungen zusammen die die Kinder mit " den Weißen" gemacht haben. Sie sind ja alle wirklich süß aber ohne sich durchzusetzen kommt man nicht weit.
Es gab von Anfang an wenig Respekt und den musste ich mir hart erkämpfen. Ich habe die einheimischen Lehrer bewundert und nach einem langen Gespräch mit Ebou auch verstanden woran es liegt. Als Weißer im Kindergarten ist man für die Kinder natürlich immer was besonderes und die Kleinen denken von "denen" gibt es immer nur Spaß und Geschenke.
Natürlich muss ich auch sagen, dass ich viele Verbesserungsvorschläge hätte im Bereich Bewegungserziehung und anderer Unterrichtsmethoden.
Allerdings muss ganz deutlich gesagt werden dass der Kindergarten in Gambia in keiner Weise mit einem europäischen Kindergarten verglichen werden kann.
Und das ist meiner Meinung nach auch gut so.
Manchmal muss man die Lehrer ein bisschen an stupsen aber dann bilden die tollen Kinder mit den tollen Lehrern ein super Team und es wird viel gelernt.
Die Lehrer gehen mit den Kinder raus in die Natur und veranschaulichen zum Beispiel den Aufbau eines Baumes. Das Gelernte wird später in der Klasse noch einmal anhand von Bildern und Zeichnungen gefestigt.
Nach dem ich durch fast alle Klassen hospitiert bin gab es andere Aufgaben für mich. Immer wieder hatten wir Probleme mit unserem Computer und mussten wegen des langsamen Internets nach Brikama ins Internetcafé.
So war ich fast täglich mit Ebou und seinem Motorrad unterwegs um zum Beispiel Kontoauszüge nach Deutschland zu faxen, Bankgeschäfte abzuwickeln, Einkäufe erledigen.
Außerhalb der Schule gab es auch viel zu entdecken. Ebou hat sich viel Mühe gegeben und viel mit mir unternommen. Da ging es zum Strand, zu den Krokodilen von Karchikally und anderen Sehenswürdigkeiten.
Ich habe wirklich viele Freunde in Marakissa gefunden und wurde von dem ganzen Dorf herzlich aufgenommen. Ich wurde nach Mariama Colley benannt , ein gleichaltriges Mädchen aus dem Dorf. Sie ist eine tolle Freundin gewesen und so habe ich auch einige Einblicke in das Leben der Dorfjugend bekommen.
Ein wirklich wichtiges Ereignis war die Ankunft des Containers mit allerlei Kleidung, Spiel- und Schulsachen im Kindergarten.
Mit einer Menge Arbeit haben viele liebe Helfer die Hilfsgüter zusammengetragen und Ende 2008 war es soweit und der Container erreichte den Kindergarten. Nun war nochmal viel Arbeit und viele Helfer nötig. Es wurde ausgeladen, sortiert und ausgepackt. Unsere Lehrer haben ihr Wochenende geopfert um die Schulsachen zu sortieren. Kleidung wurde zuerst an unsere Schüler verteilt und später an alle Leute aus dem Dorf.
Es kamen viele Bücher die nun in unserer neuen Bücherei Verwendung finden.
Die Containeraktion ist wirklich eine tolle Unterstützung und das Projekt in Deutschland verdient sehr viel Lob.
Die Ankunft wurde von allen sehnsüchtig erwartet. Die Hilfsgüter kommen nicht nur dem Kindergarten zu Gute sondern dem ganzen Dorf.
Außerdem wurde in der Zeit meines Aufenthaltes ein neues Schulgebäude gebaut. Ich habe Ebou viel geholfen bei der Beschaffung der Baustoffe.
Bei meiner Abreise fehlte noch das Dach und der Boden. Mittlerweile ist das neue Gebäude jedoch komplett fertiggestellt und bietet somit 60 Kindern einen Platz.
Das Dorf wächst unaufhörlich und somit bekommen wieder 60 Kinder eine Chance auf eine grundlegende Schulausbildung und eine weiterführende Schule.
Es wird eng zusammengearbeitet mit der Grundschule im Dorf. Als persönlicher Pate kann man eines unsere Kindergartenkinder in den weiterführenden Schulen weiter fördern.
Zu Weihnachten haben wir mit den Kindern Weihnachtskarten für Sponsoren und Paten gebastelt.
Ich habe viel erlebt in meiner Zeit in Afrika. Kulturelle Feste, Hochzeiten und Taufen sowie zwei kleine Ausflüge in den Senegal die ich niemals vergessen werde.
Abschließen möchte ich danke sagen an Wolfgang Dahl der mir meine tolle Zeit in Gambia ermöglicht und mich während der Zeit toll unterstützt hat. Vielen Dank auf für die aufmunternden Emails genauso wie die von Barbara Göretz.
Aber mein größter Dank gilt Saffiatou Jatta und Familie genau so wie Ebou Kamara. Zwei bemerkenswerte Menschen die mir viel gezeigt und erklärt haben. Ich danke ihnen für ihre liebevolle Art und das Gefühl zu Hause zu sein.
Unser Praktikumsbericht in Marakissa von September 2009 bis Februar 2010 von Elisabeth Grüter und Pascal Kübli
Als wir Mitte September in Marakissa ankamen, hatte die Regensaison noch nicht aufgehört. Das Schulgelände war mit Pflanzen überwuchert und die Strasse nach Marakissa glich mehr einem See als einer Strasse. Es war sehr heiß und feucht, somit mussten wir uns zuerst an das Klima gewöhnen. Eine Woche nach unserer Ankunft öffnete die Schule. Da wir gerade unsere Ausbildung als Lehrpersonen abgeschlossen hatten, waren wir etwas verwundert, dass weder Unterricht noch Schulzimmer im Voraus vorbereitet wurden. Schnell merkten wir, dass hier einfach alles viel langsamer läuft als in Europa. Um das Schulsystem und die Arbeit der Lehrpersonen in Gambia kennen zu lernen, hospitierten wir die ersten Wochen in den verschiedenen Klassen. Einzelne Lektionen oder Sequenzen haben wir dabei selber übernommen. Da wir nicht dieselbe Sprache sprechen wie die Kinder und da wir als Weiße nicht als Autoritätspersonen angeschaut wurden, war es relativ schwierig, zu unterrichten. Der Kontrast zwischen dem europäischen und afrikanischen Schulsystem ist sehr groß, das erschwerte die Arbeit mit den Kindern zusätzlich. Neben dem Unterricht haben wir Ebou, den Schulleiter, bei administrativen Arbeiten, vor allem bei der Arbeit mit dem Computer, unterstützt. Unser Ziel war, dass er möglichst viel selber machen kann und der PC ihm die Arbeit erleichtert anstatt erschwert. Dabei entstand gemeinsam mit den anderen Lehrpersonen die Idee, Arbeitsblätter für die Kinder zu erstellen. Wir kreierten auf zwei verschiedenen Levels Arbeitsblätter, bei denen die Kinder schreiben und rechnen lernen können. Da wir merkten, dass die Lehrpersonen mit diesem Material vom Frontalunterricht etwas wegkamen und gleichzeitig neue Ideen für den Unterricht bekamen, beschlossen wir zusammen mit Ebou, weitere Unterrichtsmaterialien herzustellen. Die Lehrpersonen können so (nach einer kurzen Einführung) mit dem Material und den Ideen langfristig und selbständig arbeiten. So kreierten wir eine Verssammlung, erstellten eine Liste mit Wörtern aus dem englischen Grundwortschatz, stellten Zeigekarten für die Lehrpersonen her und produzierten Lesehefte für jedes einzelne Kind.
Währenddessen führten wir den Computerunterricht mit Ebou und weiteren Personen fort. Nebst dem Schulalltag wurden wir in die afrikanische Kultur eingeführt. Sehr große Arbeit leisteten dabei Ebou und Saffiatou. Mit Ebou machten wir verschiedene kleine Ausflüge, um das Land ein bisschen besser kennen zu lernen. Bei Saffiatou lernten wir vor allem die Alltagsarbeit kennen. Jeden Tag halfen wir ihr beim Abwaschen und Kochen. Beide haben uns zu diversen Feiern und Festen mitgenommen. So lernten wir beispielsweise Tobaski, Weihnachten auf afrikanisch, Taufen und vieles mehr kennen. In unserer Freizeit erforschten wir das Land auf eigene Faust. An einigen Wochenenden erkundeten wir die verschiedenen Strände, da das Meer ganz in der Nähe von Marakissa ist.
Während einer Woche reisten wir ans andere Ende Gambias per Bushtaxi und Schiff. Wir waren sehr beeindruckt, wie vielfältig Kultur und Natur in diesem kleinen Land sind!
Die Zeit in Gambia war für uns eine super Lebenserfahrung. Unser Blickfeld auf die Welt aber auch auf die Schule und den Umgang mit Kindern wurde stark erweitert. Für unser zukünftiges Leben hat uns dieser Aufenthalt sehr viel gebracht. Wir danken Ebou und Saffiatou herzlich für ihre Hilfsbereitschaft und dafür, dass sie für Fragen und bei Unsicherheiten stets zur Verfügung standen. Ebenfalls ein großes Dankeschön geht an Wolfgang, Barbara und das ganze Projekt, die uns diesen gewinnbringenden Aufenthalt überhaupt ermöglicht haben